Leserbrief von Christian Henrichs

Schwerte, Februar 2021

Am Mittwoch fand die Ratssitzung zur ersten Besprechung der Beschlussvorlage zum Neubau der Theodor-Fleitmann-Gesamtschule statt. Die Ratsmitglieder wurden dabei von protestierenden Anwohnern des Wohngebietes „Zum Großen Feld“, in dem der Neubau erwogen wird, empfangen. 

Es war richtig dort zu protestieren, auch wenn über die weiteren Planungen an diesem Tag „noch“ nicht entschieden wurde. Warum eigentlich „noch“ nicht, soll die neue Schule nicht schon in knapp 3 ½ Jahren bezogen werden können? Hätte eine Entscheidung nicht schon viel eher gefällt werden müssen? Dass auf Grundlage der vorliegenden Machbarkeitsstudie noch nicht entschieden wurde, ist dagegen nur richtig, drängen sich doch gewichtige Fragen bei der Beschlussvorlage der Verwaltung auf. Diese empfiehlt einen Neubau auf den Flächen des Landschaftsschutzgebietes „Zum Großen Feld“ gegenüber weiteren, z.T. deutlich günstigeren Lösungen.

Beim Blick in die Studie über die drei alternativen Lösungen stellen sich u.a. folgende Fragen: 1) „Wichtige“ Kriterien werden zweifach, weniger wichtige Kriterien werden halb gewichtet. Ist es also richtig, dass z.B. der „Abbruch Bestandsgebäude“ (Gewichtung „hoch“) viermal wichtiger ist als z.B. die „Grün-Ausgleichsmaßnahmen“ (Gewichtung „niedrig“). 2) Das Thema Umweltschutz bekommt in der Variante „Neubau am Feld“ als einziges 0 Punkte! Der Wegfall eines der wenigen Naherholungsgebiete wird nirgends erwähnt. Hat Schwerte nicht erst in 2019 den „Klimanotstand“ ausgerufen und will alle Entscheidungen primär auch vom Umweltschutz abhängig machen?

3) Das große Feld ist verkehrstechnisch schlecht erschlossen. Die Straßen „Zum Prinzenwäldchen“ und „Zum Großen Feld“ enden dort als Sackgassen, die durch parkende Anwohner de facto nur einspurig sind. Die einzige Buslinie auf der Rosenstraße fährt derzeit halbstündlich. Eine notwendige Erschließung des Wohngebietes für Elterntaxis und Busverkehre ist aber ebenso wenig bei den Kosten berücksichtigt wie eine realistische Grundstücksbewertung: Die angesetzten 55 €/m² mögen für den Zukauf einer landwirtschaftlich genutzten Fläche realistisch sein, als potentielles Bauland werden sie von der Stadt nicht zu erzielen sein. Auf der anderen Seite soll der Grundstückserwerb durch den Erlös des Altstandortes inkl. Abbruchkosten mehr als wettgemacht werden. Ist das nicht eine Milchmädchenrechnung, die keiner Gemeinde in einem Haushaltssicherungsverfahren geduldet werden darf? Dass die Baukosten und Zeiten unabhängig davon im Laufe des Verfahrens explodieren werden, ist bei allen Varianten zu befürchten. Beispiele dafür gibt es in Deutschland genug.

Es war richtig vor der Ratssitzung gegen die mögliche Bebauung des großen Feldes zu protestieren. Den Rastmitgliedern möge es eine Mahnung sein, die bedeutende Entscheidung für die Stadt mit Bedacht zu fällen. Bausünden und Fehlplanungen gibt es schon genug. 

Leserbrief zum Neubau der TFG von Kim Häger

Wie aus dem Nichts tauchte die Information darüber auf, dass die Theodor- Fleitmann-Gesamtschule auf dem großen Feld in Schwerte Holzen gebaut werden soll. Auf dem großen Feld, welches an unsere Grundstücke grenzt. Auf dem großen Feld, welches dieses Wohngebiet auszeichnet und der Straße „Zum Großen Feld“ seinen Namen verleiht.

Reicht es nicht, dass alle Kleingärten aufgegeben werden mussten, damit die GWG das Gelände hinter dem Edeka als Bauland erschließen konnte, um ein Wohngebiet entstehen zu lassen? Damit nicht genug, soll noch mehr Natur, Landschaftsschutzgebiet, weichen, damit gebaut werden kann. Diesmal eine Schule. Viele Anwohner haben damals schon beklagt, dass durch die Neubausiedlung der GWG erheblicher Verkehr auf dem Rosenweg aufkommen wird. Wenn man sich die Pläne des Neubaus der Schule ansieht, wird es für den Rosenweg nicht besser. Die meisten Schüler werden ihren Schulweg vom Rosenweg zur Schule bestreiten und über die Zufahrtstrasse Prinzenwäldchen und Zum Großen Feld fahren. Diese Straßen sind so eng, dass das Müllfahrzeug schon Probleme hat, hindurch zu kommen. Eine Erschließung über die Wannebachstraße ist sehr realitätsfern.

Sieht man sich die Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsstudie an, so verlängert sich die Bauzeit enorm im Vergleich zu Variante 1 und 2. Zudem kommen laut der Kalkulation wesentliche Mehrkosten auf die Stadt zu, die letztendlich der Steuerzahler bezahlen muss. Können z. B. Altlasten komplett ausgeschlossen werden? So könnte es noch teurer werden. Ganz abgesehen von der Versiegelung ökologischer Flächen in einem Landschaftsschutzgebiet, das „einfach mal so“ aufgegeben wird, in einer Zeit, in der Umweltschutz in aller Munde ist.

Es bleiben sehr viele Ungereimtheiten bei diesem Bauvorhaben.
Aufgrund dessen und der hinzukommenden jahrelangen massiven Belastungen und Einschränkungen, die die parallellaufenden Bauprojekte (Bauprojekt der GWG + Neubau der Schule auf dem Feld) mit sich bringen würden, werden wir uns als Anwohner dagegen wehren.

Im Auftrag der Anwohner Häger

Leserbrief von Gerald Scariot

Am Samstag, den 13. März habe ich Ihren Artikel über Herrn Karl-Heinz Schimpf zum Thema Theodor-Fleitmann-Gesamtschule (TFG) gelesen. Herr Schimpf gehört zum Vorstand der Partei „Die Linke“ in Schwerte und hat seine Stellungnahme zum Thema Entwicklung der TFG mit Standort Holzen Rosen kundgetan. Herr Schimpf spricht sich für einen Neubau der TFG aus. Das ist grundsätzlich zu begrüßen. Die Stadtverwaltung hat hierzu ein Gutachten mit Wirtschaftlichkeitsuntersuchnung / Machbarkeitstudie erstellen lassen. Hierzu gibt es drei Varianten: Variante 1, am vorhandenen Standort eine Modernisierung der bestehenden Substanz. Kosten hierfür ca. 37.000.000 €. Variante 2, am vorhandenen Standort ein kompletter Neubau. Kosten hierfür ca. 56.000.000 €. Variante 3, hier ein kompletter Neubau mit neuem Standort in Holzen-Rosen. Dieses ist der höchsten Kostenaufwand mit ca. 60.000.000 €. Kosten für Erschließung der Verkehrswege, Altlasten im Boden und Umgebung sind hier noch nicht berücksichtigt. Neben allen Entwicklungen zu diesem Thema in Verwaltung oder Politik haben wir betroffene Bürger aus der direkten Umgebung des Standortes Holzen-Rosen hier eine sichtbare Gegenreaktion entwickelt. Das Thema TFG wird von uns Bürgern sehr intensiv betrachtet und wir sind dabei hier eine objektive Aufklärung zu betreiben um den Neubau hier in Holzen-Rosen zu verhindern. Hierzu zählen u.a. die Betrachtung des Umwelt- und Naturschutzes, die Belastung der vorhandenen Infrastruktur, die Kostenbetrachtung als gesamtes und der Neuverschuldung.  Leider betrachtet das Gutachten der Verwaltung nicht alle Kosten für die Variante 3.  Für Herr Schimpf bedeuten die Aktivitäten von Nachbarn und betroffenen Bürgern bei diesem und anderen Projekten in den entsprechenden Lebensbereichen der politische Stillstand. Hallo, wir leben hier in der BRD. Es gab mal ein Land vor einiger Zeit, gegründet 1949 und verschwunden 1990 welches mit diesem Denken und Handeln zum Glück nicht überleben konnte. Das es sich bei dem Standort Holzen-Rosen nicht um ein Maisfeld handelt, ist jedem, der sich in diesem tollen Stück Schwerte bewegt, bewußt. Hier ist ein einmaliger Flecken Erde mit viel Horizont, seltenen Tier- und Pflanzenarten, viel frischer Luft und bei entspannter Begehung ein bisschen Urlaubsgefühl. Es sind sehr viele Menschen aus nah und fern welche diesen Ort sehr schätzen.

Sich für den Neubau ausgerechnet an dieser Stelle zu entscheiden, würde der Lebensqualität in Schwerte einen harten Schlag versetzen, zumal ja mehrere passendere Bauplätze vorhanden sind. Darüber sollte sich jeder, der hier zu entscheiden hat, im Klaren sein!  

Leserbrief zu Ihrem Artikel “Linke pro Schulneubau” von Ehepaar Grocholl

In diesem Artikel behauptet der Vorsitzende der Linken, Herr Schimpf, die Experten befürworteten den Neubau der TFG an anderer Stelle. Wer dieses Gutachten aufmerksam liest (70 Seiten) kann an verschiedenen Stellen erkennen, daß dem nicht so ist. Im Gegenteil; es wird ausdrücklich vor einer übereilten Entscheidung gewarnt. Die Konsequenzen aus den noch unendlich vielen offenen Fragen seien nicht trivial und die Stadt müsse sorgfältig abwägen. Ausserdem steht darin auch, die notwendigen Voraussetzungen für einen geordneten Schulbetrieb erreicht man auch durch Sanierung und Teilneubau am jetzigen – zentral gelegen -Standort; nur mit einem Unterschied: das kostet die Stadt 25 Millionen Euro weniger Steuergeld…..

Georg Grocholl

“wenn Herr Kerski der Meinung ist, dass Schulen ins Wohngebiet gehören, ist es wohl am besten, den jetzigen idealen Standort beizubehalten. Während Schüler und Lehrer bei Sanierung und Teilneubau der TFG nur für eine überschaubare Umbauphase Belästigungen in Kauf nehmen müssten, würde bei einem Neubau “Zum großen Feld” ein Landschaftsschutzgebiet mit allen dazugehörigen Konsequenzen für Mensch und Umwelt auf ewig 

zerstört. Ausserdem würde die Stadt fast 30 Mio. Euro sparen, die, vor allem nach Corona, anderweitig sinnvoll verwendet werden können. Die finanziellen und ökologischen Auswirkungen eines Neubaus haben nicht nur kurzfristige Belastungen für die Anwohner zur Folge, sondern müssen langfristig auch von zukünftigen Generationen mitgetragen werden. Übrigens… Warum sollte nicht auch ein saniertes Schulgebäude “ein Ort der Begegnung sein, an dem soziale Angebote für den Stadtteil ihren Platz finden?”

Schön, dass auch Herr Kerski am Ende seines Artikels eine Sanierung des Schulgebäudes nicht völlig ausschließt. “

Susanne Grocholl

Leserbrief RN-Artikel “Linke pro Schulneubau” von Dieter Meckelburg

RN-Artikel   “Linke pro Schulneubau”

von Dieter Meckelburg

Die Aussagen des Herrn Schimpf sind an Polemik kaum mehr zu überbieten.

Ist es Unwissenheit in der Sache oder tief verwurzeltes kommunistisches Gedankengut wenn Sie die Begrifflichkeit von “stolzen Eigenheimbesitzern” verwenden ?

Nein Herr Schimpf, es handelt sich nicht “NUR” um unmittelbar betroffene Anwohner.
Es handelt sich auch nicht “NUR” um die Anwohner des gesamten reinen Wohngebietes, wo übrigens auch zahlreiche Genossenschaftshäuser stehen.

Es handelt sich noch nicht einmal “NUR” um die Menschen, die im Stadtteil Holzen-Rosen leben, sondern die Zahl der Menschen, die in dieser Sache Gehör finden möchten gehen weit darüber hinaus.

Die berechtigten Einwände der Bürger in einem solchen Entscheidungsprozess zu berücksichtigen ist ein Akt der Demokratie und sollte selbstverständlich sein. Dies hat bislang viel zu wenig stattgefunden.

Die Ablehnung eines Neubaus an diesem Standort hat Gründe:

1. die Gesamtverkehrssituation in Holzen-Rosen ist schon jetzt dramatisch und der Rosenweg an seiner Belastbarkeitsgrenze. Darüber hinaus wäre in der Tat das zwangsläufig steigende Verkehrsaufkommen in einem reinen Wohngebiet mit seinen engen Fahrbahnen unzumutbar.

2. es handelt sich nicht “NUR” um ein Maisfeld, Herr Schimpf. Es handelt sich hier um ein ausgewiesenes Landschaftsschutzgebiet und selbst das Gutachten sieht einen maßgeblichen Nachteil in der vorgesehenen Versiegelung von ökologischen Flächen.

Aber auch der Neubau darf doch durchaus in Frage gestellt werden. Das Gutachten zeigt, dass eine Renovierung/Erweiterung des bestehenden Schulkomplexes die Erfordernisse ebenso erfüllt wie ein Schulneubau. 

Das Gutachten sieht darüber hinaus klare Standortvorteile am “Holzener Weg” und in der damit verbundenen bereits vorhandenen Infrastruktur.

Der maßgebliche Nachteil eines Neubaus besteht aber in den deutlich höheren Kosten der Gesamtmaßnahme. Wir sprechen hier von einem nicht vorhersehbaren Volumen von mindestens 22 Millionen Euro !

Laut Gutachten ist das terminliche Risiko sowie das damit verbundene Kostenrisiko eheblich, so dass mit deutlich höheren Kosten gerechnet werden muss.

Ich bin sehr froh darüber, dass sich SPD, CDU und die Grünen jetzt neue Gedanken zu diesem Thema machen und ich bin jetzt dank Herrn Schimpf auch wieder daran erinnert warum die Linke für mich nicht wählbar ist. 

Ausschusses für Planung, Bauen und Wohnen legt sich fest!

Auszug aus TOP 6 (S. 6): 

Beschlussvorschlag:

1) Die Ergebnisse der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung zur Erweiterung der Theodor-Fleitmann-Gesamtschule werden zur Kenntnis genommen.

2) Die Variante 3 „Neubau an neuem Standort“ ist für die weitergehenden Planungen zugrunde zu legen.

3) Die Verwaltung wird beauftragt die erforderlichen Grundstückverhandlungen mit den Eigentümern zu führen.

4) Die Verwaltung wird beauftragt auf Basis der Variante 3 „Neubau an neuem Standort“ einen vergaberechtlichen Planungswettbewerb einzuleiten.

5) Finanzmittel sind entsprechend der Kostenschätzung für Variante 3 in die mittelfristige Finanzplanung einzustellen.

https://ratsinfo.schwerte.de/bi/getfile.php?id=126721&type=do